HALTINGEN. Im Jahr 2017 fand im oberschwäbischen Haltingen erstmals das Festival ohne Bands statt. Bereits im Jahr 2019 wurde Besucher*innenzahl von ursprünglich 4.ooo auf 8.ooo erhöht. Der Gedanke hinter dem Festival ist relativ selbsterklärend, denn es gibt alles, was ein reguläres Festival auch bieten hat – außer Livemusik.

Im kommenden Jahr kehrt das FoB aus der Coronapause zurück und erwartet wieder 8.ooo Besucher*innen, die vom 25. bis 28. Main 2023 Festivalspaß ohne Bands erleben wollen. Allerdings hat sich eine kleine Störaktion angekündigt: am Tag vor Beginn des FoB 2023 findet ebendort, wo sonst die Imagine Stage steht, ein Festival statt – mit Livemusik. Das sogenannte Festival ohne ohne Bands wird also am 24. Mai 2023 abgehalten und besteht aus Konzerten von J.B.O., Akuma Six und Flatted Fifth. Offenbar handelt es sich bei dieser Ankündigung weder um einen Scherz, noch um einen PR Gag von Seiten der FoB Veranstalter*innen. Es bleibt zu hoffen, dass beide Veranstaltungen friedlich und für alle Beteiligten erfolgreich vonstatten gehen. Auch für das FooB hat der Vorverkauf inzwischen begonnen.

Die Bilder wurden freundlicherweise von cmm marketing zur Verfügung gestellt.

Kommentar zu FooB und FoB

So wie es mal das Fuck the Bands gab, gibt es jetzt also seit 2017 auch das FoB. Man könnte platt kommentieren „Das nennt sich Zelten“, aber das wäre natürlich zu einfach. Und sind wir mal ehrlich: wer gerne Urlaub oder Freizeit auf Zeltplätzen verbringt, ist um jeden Moment froh, zu dem keine Horde betrunkener Idiot*innen die Ruhe stört. Events wie das FoB haben auch darüber hinaus ihre Berechtigung. Sie erlauben eine Zeltplatzparty, bei der die Feiernden unter sich bleiben können. Außerdem stehen sie für einen äußerst interessanten Bereich der Popkultur, der von Glastonbury über Woodstock und vom Open Flair bis zum Finkenbach fasziniert. Die Dynamik, die in den Camps der Musik- und Kulturfestivals entsteht, ist mit nichts vergleichbar. Unangenehme Nebeneffekte wie sexuelle Übergriffe, Gewalt oder übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum sollen dabei nicht im Vordergrund stehen, sind aber leider ein Teil der Realität.

Und nun haben sich im Jahre 2022 Menschen, die wahrscheinlich aus dem Umfeld der Erlangener Spaßkapelle J.B.O. kommen, entschieden, den Witz umzukehren. Einen Tag vor dem FoB findet nun am selben Ort das FooB statt. Es ist alles angemeldet und alles ist legitim.
Mein erster Gedanke: statt einem J.B.O. Konzert gehe ich lieber auf ein Festival ohne Bands. Aber meine Abneigung liegt nicht allein bei der albernen Musik der mittelfränkischen Kaspertruppe. Ebenso schlimm wie die Musik von J.B.O. ist der stumpfe Altherrenhumor, der hinter dieser Veranstaltung steht: „Ihr macht ohne Bands, haha, wir machen ohne ohne Bands!“. Aber heyo, es ist alles okay; und je nach dem wie hohl die Humorschraube weiterdreht, wird schon bald über ein Festival ohne ohne ohne Bands zu lesen sein.

Bei aller Albernheit bleibt natürlich in Erinnerung zu behalten, dass hiermit wohl niemandem wehgetan wird. Wer sich ein J.B.O. Konzert ansehen möchte, hat jedes Recht das zu tun, und wer Flunkyball besser findet als Konzerte, ist auf dem FoB bestens aufgehoben. Wer aber der anderen Gruppe gegenüber gewalttätig wird, ist auf beiden Veranstaltungen fehl am Platz.

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